Christoph Platz
04. Julie - 24. Juli 2010
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Eine Skulptur von Christoph Platz
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Die Ausstellungseröffnung ist Sonntag, den 04. Juli um 17.00 Uhr.
Besinnlicher Vortrag: Christoph Platz - Patrik Hagen, Klarinette
Als besonderer Gast/Kollaborateur: Thomas Baumgärtel
(www.bananensprayer.de)

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Die Skulpturen von Christoph Platz sind in einem umfassenden Sinne dialektisch.
Teile des menschlichen Körpers in Form von Kleidungsstücken, täuschend echt in Holz gearbeitet, lassen stets in ihr Inneres blicken und offenbaren so ihre Materialität. Die grundlegende Paarung von Stoff und Form wird durch das gleichzeitig sichtbare Innen und Aussen in Platz’ Arbeiten auf die Spitze getrieben und zielt somit auf etwas anderes, denn es ist nicht das banale Lamento, dass der Mensch fehle, worum es in diesen Arbeiten geht, die in ihrer virtuosen Gestaltung sehr wohl auch ohne menschliche Körper auskommen: Die ideelle Basis dieser Werke ist eine Reflexion über Skulptur an sich.

Dabei ist offensichtlich, dass sie in Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kunst, besonders jener des letzten Jahrhunderts, entstehen. Die oft verpönte Mühe der handwerklich-skulpturalen Arbeit wird in ein streitbares Verhältnis gesetzt zu den Tabus und Axiomen der Moderne. So findet der aufmerksame Betrachter mitunter Zitate ungegenständlicher Kunst. Andere Arbeiten machen sich genau dies zum Thema: sie beziehen sich polemisch auf herausragende Werke des industriellen Zeitalters, wie etwa das schwarze Quadrat von Malewitsch.

Positive historische Vorbilder lassen sich eher, wie sollte es bei gegenständlichen Holzskulpturen anders sein, in weiter zurückliegenden Epochen vermuten; z.B. bezieht sich „Herr und Frau da Volterra“ auf Daniele da Volterra, 1509-66, den sog. Hosenmaler („Braghettone“), der im päpstlichen Auftrag die Geschlechtsteile in Michelangelos jüngstem Gericht übermalte.

Dabei bemüht Platz sich aber keineswegs um eine historisierende Aesthetik. Die meist in kräftigen Lokalfarben gefassten Skulpturen strahlen eine durchaus zeitgenössische, mitunter fast naive Stimmung aus. Verschiedene Attribute insinuieren in den nicht selten mehrteiligen Werken eine rätselhafte bis paradoxe Anmutung und begünstigen die stets aufscheinende romantische Ironie.


du mich auch
Skulpturale Installation in der Weisskaue der Zeche Unser Fritz 2/3

Mein Grossvater hat auf dieser Zeche gearbeitet; ich wurde auf dem Weg zum Kindergarten jeden Morgen an ihr vorbei gefahren, und in den 90-er Jahren habe ich dort an 2 Symposien teilgenommen. Die Zeche Unser Fritz ist für mich ein wichtiges Bild meiner Heimat.
Du mich auch ist ein mich-zu-diesem-Bild-stellen.

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