Margareta Hesse
27. September - 19. Oktober 2008
Lichtfluss
Biographie
Zur Ausstellung
Die Ausstellungseröffnung ist Samstag, den 27. September 2008 um 17.00 Uhr.

Was wir sehen, sind zuerst einmal – sozusagen auf der „Phänomenebene“ – hochartifizielle Versuchsanordnungen einer Wahrnehmung, die sich beständig verändert, abhängig ist vom Blickwinkel und vor allem vom Licht, das in und auf sie fällt, und geordnet durch geometrische Formen, Streifen. Linien und Raster. Sie haben ein Innen und ein Außen. Das Innen ist zuerst ein schmaler physikalischer Raum, der als Sammlungsraum des Lichtes seine Materialität transzendiert. Jenes Reflexionsgefüge, das des Lichtes und das des Denkens, das in dieser Anordnung entsteht, kann durchaus als eine materielle Metapher des Verhältnisses von Wahrnehmen und Erkennen verstanden werden. Das Außen ist, was wir sehen: Form, Farbe, Oberfläche, Struktur – in einer ästhetischen Formulierung von merkwürdiger Schönheit. Lange Zeit war das Wort „retinal“ eine vernichtende Keule der Kritik. Die alte Einsicht, daß Schönheit und bildnerische Intelligenz einander bedingen, scheint erst langsam wieder auf.

Von einer Idee, die klar ist und verständlich und über Gewusstes hinausgeht, sagt man, sie sei „luzide“. Auf Margareta Hesses Arbeitsweise trifft, wie mir scheint, das Wort in hohem Maße zu. Sie führt in ihrer Arbeit einen fortdauernden Dialog mit den sich wandelnden Ideen vom Bild, mit den seit der digitalen Revolution neu gestellten Fragen nach Abbild und Simulation, nach Natur und Kunst und nach der Materialität, dem Objektcharakter des Bildes im Stadium seiner Virtualisierung und nach der Differenz des Künstlerischen.


Matthias Flügge, Berlin, in „Diaphanie als Bild“ , Ausschnitt aus dem Katalogtext in „herz.schritt.macher.“ 2007