Claudius Daum
02. August - 31. August 2008
Fotographien
Biographie
Zur Ausstellung
Ausstellungseröffnung ist am Samstag, dem 02. August 2008 um 17.00 Uhr.
Einführung: Dr. Falko Herlemann, Herne

Eine andere Sichtweise der Dinge

Zu den Fotografien von Claudius Daum Claudius Daum hat lange Jahre als Berufsfotograf und als Galerist gearbeitet, bevor er um die Jahrtausendwende als freier Fotograf neu begann. Dabei hat er das Eine vom Andern zunächst eigentlich mehr aus praktischen Gründen getrennt: Denn wer ständig für Auftragsarbeiten unterwegs ist, findet nicht mehr unbedingt Lust und Energie, sich im gleichen Medium auch als Künstler auszudrücken. Als
solcher hat Claudius Daum dann rasch zu einem eigenen Stil gefunden,schon dank der eigenwilligen Handhabung der Kamera, die er immer auf einer Fläche, unter Augenhöhe ablegt, so dass wir das Motiv in einer mehr oder weniger starken Untersicht erblicken. Auch
Spiegelungen werden immer wieder einbezogen, was zum Eindruck mehrerer sich gegeneinander verschiebender Sichtebenen führt, bis manchmal sogar Oben und Unten vertauschbar werden. Mit dieser Technik erkundet der Künstler die elementare, ja existenzielle Frage: Wie schauen wir, wie nehmen wir wahr? Wir werden mit diesem ungewöhnlichen Blickwinkel dazu angeleitet, auch vertraute, ja banale Dinge neu und genauer zu erkunden. Dazu trägt bei, dass gerade Orte, die man sonst als von hektischem Betrieb gezeichnet kennt, durch die Wahl der Aufnahmezeit in einen ungewohnten Zustand der Ruhe versetzt werden und schon damit zum geduldigen, ausdauernden Betrachten auffordern. Eine eigentümliche Spannung entsteht zwischen diesem Kompositionsprinzip, das grundsätzlich alle Aufnahmen verbindet, und deren klarer Trennung nach einzelnen Serien, die sich auf bestimmte Länder beziehungsweis Städte konzentrieren. Diese passen sich auch den einzelnen Ausstellungsorten an, wo vorzugsweise Aufnahmen aus der näheren oder weiteren Umgebung gezeigtwerden. Gerade dies entspricht ja dem Konzept, den Betrachtenden dasjenige neu zu zeigen, was ihnen eigentlich altvertraut sein müsste. Aber was nun ortsspezifisch und was letztlich vertauschbar, an keinen bestimmten Ort gebunden ist, lässt sich nicht immer leicht unterscheiden. Der Künstler lehrt es uns auf seinen Reisen, die er mit seiner Kamera unternimmt und an denen er uns beim Betrachten seiner Aufnahmen teilnehmen lässt. Eine Eigenart dieser Bilder sind schliesslich ihre Formate oder vielmehr die gerundeten Ecken ihrer Einheitsformate, so dass sie eigentlich nur in den vom Künstler speziell entworfenen Rahmen gezeigt werden können: Markenzeichen und Kopierschutz in einem.

Dr. Martin Kraft