Raps und Reisstroh

WAZ Hattingen, 15.04.2008
Künstlerin Angelika Herker inspirieren gelbe Felder und Vietnams Hüte
Grün und Gelb sind derzeit ihre Farben: Künstlerin Angelika Herker in ihrem Atelier.
In ihrem Atelier sind derzeit Gelb und Grün Trumpf. Womit Angelika Herkers aktuelle Arbeit - "vielleicht kann ich sie unterbringen" - ins "Local Heroe"-Projekt zur Kulturhauptstadt 2010 passte. Inspiriert worden ist die Künstlerin schon vorher - von blühenden Rapsfeldern, an denen sie oft vorbeigefahren ist und die in zwei Jahren trumpfen sollen.

Gern erneut unterbringen, möglicherweise sogar in Vietnam, würde sie ihre 200 Reisstrohhüte, die, wie berichtet, in der Herner Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 Vietnams Wasserlandschaften repräsentierten. Die Kopfbedeckungen sind mit Tempera bemalt und schillern in Blau-, Türkis-, Grün-, Gelb- und Violettschattierungen. Da selbst das größte Atelier keine Ausmaße einer Ausstellungshalle hat, ist die kreisrunde Bodeninstallation längst in Kisten verschwunden. Ein einsamer Hut ziert noch das Atelier. So unbemalt wirkt er unscheinbar. Aber nur auf den ersten Blick. Hält man ihn gegen die Sonne, schimmert zwischen äußerer Lack- und unbehandelter Innenschicht eine Zeichnung durch.

Angelika Herker hofft auf einen erneuten Besuch, ehe das Land von zu vielen Touristen entdeckt wird. Nach einer Reise dorthin, wo neben Wasser der Reisstrohhut das Bild bestimmt, wollte sie unbedingt damit arbeiten. Auf der Suche nach einem Händler stieß sie auf preiswerte Hutangebote mit dem Vermerk "Non Hue". Solche hat sie bemalt. Der schlichte (unsichtbar bemalte) aus der Kaiserstadt Hue wäre dafür zu schade gewesen. In Vietnam wird das einfache Exemplar auch zum Wasserschöpfen benutzt - womit sich der Naturkreislauf, Herkers Thema, wunderbar schließt. uli


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