WAZ 26.05.2007 / HERNE

Positionen

Eine ganz besondere Jubiläumsausstellung ist ab heute in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 zu sehen: "Jetzt!". Der Deutsche Werkbund wird 100 Jahre alt. 1907 ist er in München als ein interdisziplinärer Zusammenschluss von Architekten, Künstlern, Unternehmern und Kunstwissenschaftlern gegründet worden. Er hat in seiner langen Geschichte in Deutschland entscheidend die Entwicklung von Werbung, Design, aber auch Städte- und Landschaftsplanung beeinflusst.

Aus diesem Anlass stellen 24 Künstler/innen, alle Mitglieder im Deutschen Werkbund, aktuelle Werke vor. "Es sollte keine historische Ausstellung zur Geschichte sein, sondern aktuelle künstlerische Positionen zeigen", erklärt Jochem Ahmann, selbst Künstler und Organisator der Ausstellung. Es gab keine Jury, sondern jedes Mitglied, das sich beteiligen wollte, konnte mitmachen. Es gibt viel Fotografie zu sehen. Wobei es eher Zufall sei, so Jochem Ahmann, das sich so viele Fotografen beteiligt hätten. Mit dabei sind die auch Herner Peter Buchwald, Peter Liedtke und Kurt Schrage. Der Werkbund gibt seinen Mitgliedern keine künstlerisch-stilistischen Vorgaben. Da gibt es Plastiken von Architekten, Objekte von Landschaftsplanern, Geometrisches und Malerisches. Wolfgang Hahn zeigt konstruktive Objekte aus vorgefertigten Steinplatten. Bodenarbeiten aus Stahl stellt Ekkehard Neumann aus. Bernhard von der Minde ist mit gestisch-expressiven Aquarellen in der Ausstellung vertreten. Gerade die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die gegenseitige Befruchtung macht für viele der Künstler auch heute noch den Reiz der Mitgliedschaft aus. Diese Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten spiegelt die Ausstellung wider. Es ist dabei gelungen,die Werke so zu präsentieren, dass sie genügend Raum haben, ihre Wirkung zu zeigen und zu einem recht spannenden Rundgang einladen.

Die Ausstellung "Jetzt!" wird heute um 17 Uhr in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 eröffnet. Es sprechen Jochem Ahmann und Prof. Dr. Roland Günter, 1. Vorsitzender des Werkbundes NRW, zur Geschichte des Werkbundes. Die Ausstellung endet mit einer Finissage am 8. Juli.
FH

Öffnungszeiten der Künstlerzeche (Grimberger Feld/Allestr.): sa und so, 14-18 Uhr.