WAZ 18.08.2007 / HERNE

Absichtlich schräg

Von Falko Herlemann

"Absichtlich" heißt die Ausstellung, die am heutigen Samstag in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 eröffnet wird. Der Dortmunder Künstlers Willi Otremba stellt Bilder aus, die mit der Erwartungshaltung an Malerei spielen.

Auf den ersten Blick scheint alles ganz einfach. Willi Otremba zeigt Bildtafeln, die horizontal oder vertikal in zwei Farbfelder geteilt sind. Eine hellere Fläche steht immer einer dunkleren gegenüber. Erst wenn man näher an die Bilder herantritt, nimmt man wahr, dass es sich keineswegs um die üblichen rechteckigen Tafelbilder handelt. Willi Otrembas Bilder sind nicht rechtwinkelig. Er hat das traditionelle Bildformat aufgegeben und lässt seine Bildplatten in schrägen Formaten auslaufen. Bei den meisten Tafeln stehen zwei Bildern in einem genau definierten Abstand gegeneinander. Sie liegen auch nicht gerade auf der Wand auf, sondern schweben in einer schrägen Lage vor ihr.

Willi Otremba malt diese Bilder auf dünnen Aluminiumplatten, um so ihre Form, aber auch die Schräglage der Hängung zu erreichen. Mit einer Ölmalerei, die in Bienenwachs ausgemischt ist, schafft er strukturierte Oberflächen. Denn die auf den ersten Blick einfarbigen und gleichmäßigen Farbflächen entwickeln sich in der Nahsicht zu strukturierten Feldern, in denen sich der Farbauftrag in bestimmte Richtungen ordnet. Insbesondere der Übergang zwischen den beiden Farbflächen wird in der Nahsicht zu einer malerischen Zone, in der sich die beiden Farben vermischen. Diese malerische Grenze steht ganz bewusst gegen die scharfen Kanten der Bildfläche.

Willi Otremba hat den Ausstellungsraum der Künstlerzeche durch einen weißen Einbau strukturiert, was der gesamten Ausstellung gut tut. Damit gibt er für den Besucher fast einen Weg vor, die Bilder zu entdecken. Denn erst in der ganz unmittelbaren Nahsicht, eröffnen sich dem Betrachter die Farben und Formen, die einen ganz eigenen Raum beschreiben.

Die Ausstellung "Absichtlich" wird heute (Sa.) um 17 Uhr eröffnet. Es spricht der Kunsthistoriker Reinhard Buskies. Zu sehen sind die Arbeiten von Willi Otremba noch bis zum 9. September.

Öffnungszeiten: mi und so 15-18 Uhr, sa 14-17 Uhr