WAZ 30.09.2006 / LOKALAUSGABE / HERNE

Nichts und nochmal Nichts

Der Titel ist eigentlich nur geklaut. "Le petit rien" hieß ein Projekt Harald Hilschers, das er 2003 im Kunstverein in Ahaus präsentierte. Nun kommt er mit der Fortsetzung in die Künstlerzeche. Die Überschrift der Ausstellung: "Le petit rien deux" - das kleine Nichts zwei.

Er habe den Titel eines Cemballostücks von François Couperin übernommen, sagt Hilscher. Seine Licht-Klang-Installation schließt sich inhaltlich an Teil eins an. In Ahaus stellte er die fünf Sinnesorgane in den Fokus, zeigte, wie der Mensch die Welt wahrnimmt. In der Künstlerzeche ginge es um das Menschsein in dieser Welt. "Das Projekt behandelt das Thema: Wie finde ich mich in diesem Leben zurecht?", so Hilscher. Umgesetzt wird dies durch eine Symbiose von Optik und Akustik. Die Projektion einer Wolke, Ausschnitt aus einem barocken Stich, wird ergänzt von Stücken Bachs und Couperins. Dazu erregt ein Wortbeitrag des Philosophen Andreas Steffens das Interesse des Betrachters. Der Text erfordert indes die volle Aufmerksamkeit. Unter anderem heißt es darin: "Sich klein zu fühlen, ist eine anthropoperspektivische Täuschung. Ebenso unvermeidlich, wie falsch: weil wir Menschen sind, unterliegen wir ihr; weil wir aber Menschen sind, kann sie nicht wahr sein." Und weiter: "Weil wir wissen, dass wir wissen, müssen wir nicht sein, was wir wissen." Steffens wird zur Vernissage anstelle einer klassischen Einführung einige philosophische Betrachtungen anbringen.

Neben der Licht-Klang-Installation in der Weißkaue werden am Eröffnungstag noch weitere graphische Arbeiten Hilschers in der Schwarzkaue zu sehen sein. "Mich interessieren Strukturen und Zusammenhänge", so der Wuppertaler Künstler, der sein erstes Gastspiel auf Unser Fritz II/III gibt. Hilscher gibt sich durchaus beeindruckt von der ungewöhnlichen Umgebung: "Das ist schon ein besonderer Ort für eine Ausstellung." je Harald Hilscher untermalt das barocke Bild mit Musik und einem Text des Philosophen Andreas Steffens. Thema des Werkes ist das Menschsein.