WAZ 11.03.2006 / LOKALAUSGABE / HERNE

Wieder vereint an der "B1"

Bernd Damke und Friedrich Gräsel stellen nach 30 Jahren zusammen aus


Vor über dreißig Jahren haben Bernd Damke und Friedrich Gräsel das letzte Mal zusammen ausgestellt. Beide waren Mitglieder der legendären Künstlergruppe "B1", die Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre im Ruhrgebiet für Aufsehen sorgte. Jetzt treffen sich die beiden Künstler in einer Ausstellung auf der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 wieder. Bernd Damke zeigt Malerei und collagenhafte Objekte aus einem Zeitraum von über 30 Jahren. Seine Arbeiten sind von der Auseinandersetzung mit geometrisch-konstruktiven Prinzipien geprägt. Die großflächigen Bilder aus den 70er Jahren leben ganz von Kontrasten. Einfarbige beinahe geometrische Formen sind auf neutrale Bildhintergründe gesetzt. Aber Bernd Damke wandelt die geometrischen Grundformen immer ab. Die geraden Linien werden zu leichten Schwüngen, die Formen scheinen sich zu verbiegen oder zu verzerren. "Ich bin ja kein ganz geometrischer Konstruktivist", sagt er selbst.

Das wird an seinen neueren kleinen Arbeiten mit Pappe deutlich. Hier gibt Bernd Damke die rechteckigen Bildflächen auf und setzt einzelne Flächen zu collagehaften Bildobjekten zusammen.

Auch Friedrich Gräsel gibt in seinen Arbeiten auf Papppapier aus den 80er Jahren die konstruktiven Grundgedanken ein wenig auf. Geometrische Formen, Kreise, Röhren oder Rechtecke durchdringen sich. Sie werden mit teils heftigen Pinselstrichen konfrontiert, wobei die konstruktiven Prinzipien in all der malerischen Ausführung immer sichtbar bleiben. Sie prägen auch seine drei großen Röhrenskulpturen. Industriell vorproduzierte Röhren sind zu stelenhaften Objekten zusammengeschweißt und in grellem Orange bemalt.

Die Ausstellung wird heute (11.), 17 Uhr, eröffnet. Es spricht der Bochumer Museumsdirektor Dr. Hans Günter Golinski. Zu sehen sind die Arbeiten von Bernd Damke und Friedrich Gläser noch bis zum 2. April: mi, sa 15-18, so 11-17 Uhr.
FH