WAZ 23.04.2005 / LOKALAUSGABE / HERNE

Am Anfang ist es ein schnöder Brei

André Schweers verwandelt ihn in Kunst


Dass die Werke, die der in Moers wohnende André Schweers in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 zeigt, aus Papier sind, sieht man ihnen nicht gleich an. Aber er nutzt einen Brei aus Papier, Gips und farbigen Pigmenten, aus denen er seine Arbeiten gießt.

Die haben nichts mehr von einer Leichtigkeit, die man so schnell mit Papier assoziiert. Sie wirken schwer, wie aus Stein oder einem anderen festen Material gestaltet. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die Farbe. Es sind meist erdfarbene Töne, die er als Pigmente in vielen Schichten auf die Objekte trägt. Nur einige neuere Arbeiten sind in nahezu expressivem Rot gehalten und haben schon beinahe etwas Malerisches. In fast allen Arbeiten findet sich ein Motiv: der Bogen. Meist gleich mehrfach neben- und übereinander angeordnet schaffen die Bögen eine fast rhythmische Struktur, die die Arbeiten bestimmt. Sie können Eingang oder Ausgang sein. Andere Bögen wirken wie wabenartige Formen. Angeregt wurde André Schweers durch die Bögen des Pont du Gard, eines antiken Aquädukts in Frankreich. Seit fast zehn Jahren hat ihn dieses Motiv nicht mehr losgelassen. Mal sind es kleine collagenartige Reliefs, mal große Wandarbeiten, die schon selbst wie architektonische Objekte wirken. Mal öffnen sich seine Bögen in eine unbestimmte Tiefe. Mal sind sie mit Wachs verschlossen und verbergen ihr Inneres.

Es ist dieses Spiel mit den offenen und geschlossenen Formen, das den Künstler reizt. Und es sind die wie natürlich gewachsen wirkenden Oberflächenstrukturen, die seine Arbeiten auszeichnen. Schweers hat eine Ausstellung zusammengestellt, die zum Schauen und Entdecken anregt. Einerseits sind es die feinen Texturen der Oberflächen, die den Blick leiten, andererseits die Formen, die zu Gedankenspielen anregen.

Die Ausstellung "Aushöhlungen - Ablagerungen" wird heute (Sa.) um 17 Uhr mit einer Einführung von Dr. Michael Hering eröffnet. Zu sehen sind die Objekte in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 noch bis zum 15. Mai.Öffnungszeiten: mi, sa, so 15-18 Uhr. FH