Pigeonnier


Als Student der Bildhauerei hat André Schweers angefangen, Papier zu gießen. Das ist ein Vorgang der Sedimentierung; denn die mit Wasser zu einem Brei vermischten Materialien setzen sich allmählich als Bodensatz in der Flüssigkeit ab, die selbst wegtrocknet. Dabei zeichnet sich der Trocknungsprozess an den Rändern der Papiergüsse als Sedimentschichtung ab, was Sie an den "Pigeonnier"-Arbeiten sehen können. So sind Papierblöcke Gebilde, die ihre Entstehungsgeschichte in sich tragen und sich als Resultate eines Prozesses zu erkennen geben.

In der Werkgruppe der "Pigeonniers" gibt es Ablagerungen oder Spuren von Fremdkörpern, die sich immer formal, manchmal auch materiell von ihrer Umgebung differenzieren, in die sie eingelassen sind. Aber in diesen Arbeiten sind sie nicht Teile eines Bildes, sondern bilden selbst ein Feld, und zwar eines mit ambivalentem Strukturcharakter: Die Wiederholung ähnlicher Formen in systematischer Reihenordnung deutet auf etwas Gemachtes hin, auf eine Kulturleistung. Die formalen Unregelmäßigkeiten und Verschiebungen dagegen lassen einen natürlichen Prozess vermuten.
1963 Geboren in Mülheim an der Ruhr
1985-92 Studium für das Lehramt in den Fächern Kunst und Geografie an der Universität in Duisburg
1985-87 Studium der Bildhauerei
1986-92 Arbeitsaufenthalte an archäologischen Ausgrabungsstätten in Italien, Griechenland, der Türkei und Frankreich
1989-91 Einrichtung und Leitung der Papierwerkstatt im Fachbereich Kunst
1994 Atelier der Stadt Duisburg
Ausstellungstätigkeit seit 1992 im In- und Ausland