WAZ 04.09.2004 / LOKALAUSGABE / HERNE

Koloss in der Schwebe

"Querbruch" heißt der 6,60 Meter hohe und über drei Tonnen schwere Koloss, der am Haken eines Schwertransporters über die Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 schwebte. Die Skulptur von Ansgar Nierhoff macht für die nächsten drei Monate am Eingang der Künstlerzeche auf die schwergewichtige Ausstellung "Ferrum+" aufmerksam. Sie wird in der nächsten Woche am Samstag, 11. September, um 17 Uhr eröffnet und zeigt Werke von zwölf Künstlern, die Eisen und Stahl durch Gießen, Schmieden, Biegen und Schweißen eine neue Form gegeben haben. Die national und international bekannten Bildhauer haben für ihre gemeinsame Präsentation den ehemaligen Zechenstandort bewusst ausgewählt, weil sie damit an die enge Verbindung von Kohle, Eisen und Stahl sowie die daran gekoppelte wirtschaftliche Entwicklung des Ruhrgebietes, aber auch an den Strukturwandel der Montanregion erinnern wollen.


WAZ 11.09.2004 / LOKALAUSGABE / HERNE

Arbeiten wecken Lust auf das Entdecken

Zwölf Künstler zeigen Werke aus Eisen und Stahl und manchmal auch mehr -
Heute Eröffnung

Draußen vor der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 begrüßen einen die ersten Stahlplastiken. Eine Stehle von Ansgar Nierhoff ist schon von weitem zu sehen. Drinnen, im Flur, geht es weiter. Arbeiten von zwölf Künstlern haben die beiden Kuratoren Dr. Bernd Finkeldrey und Hugo Koch zusammengetragen. Arbeiten aus Eisen, Stahl und manchmal eben auch mehr.

Dass Stahl nicht gleich Stahl und mehr als nur Rost ist, machen die unterschiedlichen Positionen deutlich. Mit spielerischer Leichtigkeit kommen die Spiralen von Jan Meyer-Rogge daher. Eckehard Neumann und Horst Linn zeigen Wandarbeiten. Franz Bernhard und Diethelm Koch kombinieren Stahl mit Holz. Hartmut Böhm zeigt Reihungen von alltäglichen Schienen. Die großen Halle dominiert eine Arbeit von Robert Schad.

Es ist eine Ausstellung einer Generation von Künstlern, die heute fast alle zwischen 50 und 60 Jahre alt sind. In ihren Anfängen war es die Idee, das industrielle Material Stahl künstlerisch zu bearbeiten. In der Tradition des Konstruktivismus und der Konkreten Kunst haben sie nach beinahe mathematischen Grundlagen und geometrischern Grundformen für ihre Arbeiten gesucht und sie auch gefunden. Manchmal zwar ein wenig spröde, wirken ihre Arbeiten aber nie langweilig, sondern machen auch Lust auf das Entdecken der Möglichkeiten, die in Stahl und Eisen liegen.

Die Ausstellung "Ferrum+" ist ein repräsentativer Überblick über eine bestimmte Kunstrichtung geworden. Arbeiten aus Stahl und Eisen. Und eben immer ein bisschen mehr. Der von Helmut Bettenhausen abwechslungsreich gestaltete Katalog dokumentiert die unterschiedlichen künstlerischen Positionen. Die Ausstellung an und in der Künstlerzeche wird am heutigen Samstag um 17 Uhr mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Wolfgang Becker und einer Einführung durch Dr. Bernd Finckeldey eröffnet. Sie ist bis zum 14. November zu sehen.

Öffnungszeiten Mi 17-20, Sa 15-20, So 11-17 Uhr.
FH