"Ich", Mischtechnik auf Leinwand, 240x50cm, 2001



WAZ 11.10.2003 / LOKALAUSGABE / WANNE-EICKEL

Auf der Suche nach Formen und Linien

Stephanie Krumbholz stellt in der Künstlerzeche aus

Erstmals stellt sich jetzt die junge Berliner Malerin Stephanie Krumbholz dem Herner Publikum vor. Ihre großformatigen Arbeiten werden noch bis zum 2. November in der Künstlerzeche Unser Fritz zu sehen sein.

Präsentiert werden Ergebnisse aus den vergangenen drei Schaffensjahren, die sich thematisch im Spannungsfeld zwischen Schrift/Kalligraphie, Abstraktion under Informel bewegen.

In der Serie "ICH-DU-ER-SIE..." aus dem Jahr 2000 setzte sich die Künstlerin auf sehr hohen und schmalen Formaten mit dem Thema "Schrift" auseinander. Die Idee, Worte auf ein Bild zu schreiben, findet ihren Ursprung in der asiatischen Tradition, in der Malerei und Schreiben eine Einheit bilden. Hier werden, indem ein "DU" oder "SIE" gemalt wird, Beziehungen thematisiert - sowohl die Beziehung des Betrachters zum Bild als auch die Zwischenmenschliche. Indem der Betrachter ein "DU" liest, wird Kontakt hergestellt.

Die aktuellen Arbeiten unter dem Titel "Erster Kontakt" hingegen sind weniger lesbar. Hier betätigt sich die Künstlerin als Forscherin, indem sie sich in ihren Arbeiten auf die Suche nach den wenigen gültigen Formen und Linien begibt, die - ähnlich wie archaische Zeichen - etwas Grundsätzliches, Grundformen des Lebens so zu sagen, einfangen. Stephanie Krumbholz wurde 1967 in Berlin geboren. Nach einer Ausbildung zur Grafik-Designerin studierte sie Malerei an der Kunsthochule Weißensee, wo sie auch Meisterschülerin bei Professor Liebmann war. Zur Eröffnung der Ausstellung am heutigen Samstag um 17 Uhr spricht der gebürtige Wanne-Eickeler Werner Jelinek, Vorsitzender des Bottroper Künstlerbundes.