"mit der doofen Tochter ins Kino gehen",
2002,
25cm x 20cm, Mischtechnik auf Leinwand



WAZ 11.09.2003 / LOKALAUSGABE / HERNE

Fragen stellen und keine Antwort geben

Laas Abendroth spielt mit Ironie

Mit bohrenden Fragen die Gesellschaft in ihrer Lethargie wachzurütteln, ist die vornehmste Aufgabe der Kunst. Auch Laas Abendroth wirft Fragen auf - ab Samstag, 13. September, 17 Uhr, in der Künstlerzeche Unser Fritz.

Fragen wie diese zum Beispiel: "Ist Schizophrenie Arbeitsteilung oder Doppelbelastung?". Oder: "Liebst du mich noch, Schatz?". Die Antwort darauf könnte lauten: "Die Liebe hat viele fiese Lieder zu verantworten." Doch so einfach, wie die Titel seiner Bilder ahnen lassen, ist es nicht. Wer auf den artifiziellen Mehrwert hofft, befindet sich auf dem Holzweg der Erkenntnis. Abendroth gibt keine Antworten, die darf der Betrachter selbst suchen. Oder, um es mit einem weiteren Abendroth-Titel zu sagen: "Sie können auch mal was tun für mein Geld."

Abendroth spielt, wenn er wohlbekannte Objekte des Alltags aus dem Zusammenhang reißt, mit Ironie. Doch diese Ironie ist nicht sanft, sie beißt und ätzt. Natürlich sieht der Wellensittich putzig-kitschig aus, aber ist er es noch, wenn man sieht, dass der Vogel eine Schlauch-Schelle als Halsband trägt und das Podest, auf dem die Figur steht, die Aufschrift "Freund"? "Bloß nicht anstrengen, um etwas zu sehen", lautet eine Abendrothsche Erkenntnis, die auch für seine kleine Votivtafel mit dem krakeligen Schriftzug "grundlos teuer" gilt. Der Preis ist einmal nicht ironisch gemeint: 300 Euro.
ls