Sgrafffito auf Foto



WAZ 04.07.2003 / LOKALAUSGABE / HERNE

Vertrautes spiegelt sich farbig wider in fremden Formen

Erika Reihl in der Künstlerzeche Unser Fritz

Farben und Formen, Fotografie und Verfremdung: Die Hernerin Erika M. Reihl bedient sich herkömmlicher Mittel, um mit ihrer Kunst den Blick des Betrachters auf unbekannte Pfade zu richten. Wer sie beschreitet, wird bald Fremdes und Vertrautes entdecken.

"Fremd und vertraut" heißt folgerichtig auch die Ausstellung, die am Samstag, 5. Juli, um 17 Uhr in der Künstlerzeche an der Alleestraße eröffnet wird. Das Wechselspiel findet auf zwei Ebenen statt. Auf einer dokumentarischen Ebene, für die die Fotografien stehen, die Erika M. Reihl angefertigt hat von den bunten Tonnen zum Beispiel, wie sie überall in Australien zu finden sind. Auf den Ausschnitten dieser Farbflächen setzt sie den kreativen Prozess fort, indem sie eigene Farben hinzufügt, Graffiti ebenso wie Kratzer. Dabei sind die Übergänge so geschickt gestaltet, dass sie als solche nicht mehr auffallen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese Technik an den Mülheimer Schweinen, die einst als bunte, lebensgroße Figuren die Stadt an der Ruhr schmückten. Zwei Exemplare gestaltete Erika M. Reihl selbst. Und die Fotos davon hat sie so kleinteilig seziert, wieder zusammengesetzt und um neue Farbspuren ergänzt, dass die Ursprünge kaum noch zu erkennen sind. Dafür entsteht aber ein kunterbuntes Kaleidoskop in Übergröße. Diese Technik findet sich auch wieder in Tonarbeiten und in Wandbemalungen.

Zur Eröffnung führt Falko Herlemann in das Schaffen von Erika M. Reihl ein, begleitet von dem Dortmunder Cellisten Jörg Brinkmann. Die Ausstellung ist auch während der Extra-Schicht am 12. Juli geöffnet. Daran schließt sich am 20. Juli (15 Uhr) ein Künstlergespräch an.
ls