Material für einen Raum, 2001



WAZ 16.05.2003 / LOKALAUSGABE / HERNE

"Erdnahe" Motive ergänzen sich gut

Performance, Bilder und Fundstücke

Die aktuelle Ausstellung in der Künstlerzeche Unser Fritz wird die Besucher auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Sehr erdverbunden ist alles, was dort zu sehen ist. Da wäre zum einen die gemeinsame Performance von Claudia Sacher und Robert Scheipner. Sieben Laiendarsteller schnitzen je zwei Buchstaben in eine Kartoffel, tunken diese in rote Farbe und drucken damit einen Satz an die Wand. Die Anweisung, welche Buchstaben der Einzelne schnitzen soll, wird erst kurz vor Beginn erteilt. Der zu druckende Satz bleibt bis dahin ein Geheimnis der Künstler. "Es ist aber ein Spruch, den jeder kennt und der die Leute nachdenken lässt", lässt Claudia Sacher verlauten. Der "Verschnitt", der beim Schnitzen der Kartoffeln entsteht, bleibt auf dem Boden liegen, der Satz an der Wand bleibt bestehen. So können auch spätere Besucher den Handlungsablauf ablesen.

Den anderen Teil der Ausstellung hat Renate Neuser gestaltet. Fundstücke vom Dachboden oder aus dem Sperrmüll hat die Essener Künstlerin mit einer dunklen Erdmasse überzogen, die Dinge wie Schlitten, Stühle oder Tische gespenstisch wirken lässt. "Am Ort des ehemaligen Bergbaus mag man nicht zuletzt an Ausgrabung denken, an etwas, das nicht zerfallen ist, sondern durch die Erde geschützt seine Form bewahrt hat", sieht Renate Neuser eine Verbindung zwischen Ausstellungsort und den Exponaten. An den Wänden hängen, farblich abgestimmt, große, verzerrte Zeichnungen von Käfern.
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Die gemeinsame Ausstellung wird am Samstag (17.) um 17 Uhr eröffnet. Anschließend ist sie bis zum 8. Juni sonntags und mittwochs von 15 bis 17 Uhr zu besichtigen.