Maryland, Tuckahoe River



WAZ 20.03.2003 / LOKALAUSGABE / HERNE

Mario Reis stellt in der Künstlerzeche aus

International bekannter Künstler präsentiert in Unser Fritz einen Querschnitt seiner Arbeiten

Zum zehnjährigen Jubiläum des Fördervereins Zeche Unser Fritz 2/3 wird der international bekannte und weltweit agierende Künstler Mario Reis ab Samstag, 29. März, 17 Uhr, in der früheren Zeche einen Querschnitt seiner Werke präsentierten.

Der vielfach ausgezeichnete Kunstpreisträger ist mit seinen Arbeiten in zahlreichen nationalen und internationalen Sammlungen vertreten. Der Einladung nach Herne durch den Förderverein ist Reis gern gefolgt, da er aus dem Ruhrgebiet stammt.

Was seiner Kunst weltweit zur Anerkennung verhilft, ist die Rolle, die Reis der Natur zuweist. Er bildet die Natur nicht ab, sondern nutzt ihre gestalterischen Kräfte, die sich in seinen Arbeiten auf völlig einzigartige Weise niederschlagen. Doch nicht nur die Natur zeigt ihre kreativen Kräfte, auch von Menschen geschaffene Dinge, wie etwa Züge, entwickeln unter dem steuernden Einfluss von Reis unerwartetes gestalterisches Potenzial. Reis: "Mich interessiert das Verborgene. Kräfte sind latent da. Ich versuche, sie sichtbar zu machen."

Immer wieder verblüffen seine Werke durch ihre sinnliche Präsenz und Intensität. So etwa die Werkgruppe der "Natur-aquarelle", bei denen Reis unbehandelte Leinwände in Flüssen installiert. Natürliche Pigmente und Sedimente hinterlassen auf den Tüchern ihre charakteristischen Spuren. Die Flüsse überraschen durch ihr Spektrum an unvermuteten Farben, die von Rot, Orange und Gelb bis hin zu Schwarz reichen. Im weitesten Sinne sind diese Kunstwerke abstrakte Selbstporträts der Gewässer.

In der Zeche Unser Fritz 2/3 lädt Mario Reis zu einer Erkundungstour durch die Welt ein. 50 Naturaquarelle sind in einer großen, vielfarbigen Installation (3 x 6 m) zusammengefasst. Zu sehen sind Arbeiten aus den USA, Island, Afrika, Japan, Europa, Mexiko und Kanada. Reis zeigt außerdem die "Zugspuren", bei denen er Stoff, Papier, Holz oder Blei auf Gleise legt. Darüber hinwegfahrende Züge hinterlassen ihre Abdrücke und verformenden Kräfte. Eine große Wand mit "Froscharbeiten" gibt sich eher humorvoll-ironisch. Hier nutzt Reis die Eigendynamik explodierender Knallfrösche, die ihre Schmauchspuren auf Papier hinterlassen.